Amalthea Ventures Blog

Das Ziel von Management ist: Mitarbeiter halten und Ergebnisse erzielen. Warum sollte man also einen Mitarbeiter feuern wollen? 

Ganz einfach: weil er keine Ergebnisse liefert – oder schlecht fürs Team ist. Grundsätzlich gilt hier die Regel “Hire slow, fire fast.”

Hier fällt die Entscheidung ohne an die Schwierigkeiten des nachfolgenden Prozesses zu denken. Einen Mitarbeiter nur zu behalten, um den arbeitsrechtlichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen oder um eine Abfindung zu sparen ist keine gute Idee.

Erstens ist es auf Dauer immer teurer jemanden zu beschäftigen, der keine Ergebnisse erzielt und die Kollegen demotiviert. 

Zweitens ist es ein Zeichen für die anderen Mitarbeiter, dass ich mich als Manager nicht durchsetzen kann. Walk the talk!

Richtig kündigen – Fire fast!

Wenn ich die Entscheidung getroffen habe, kümmere ich mich um den Prozess: Wie kündige ich dem Mitarbeiter denn nun?

Am besten ist ein schnelles Gespräch mit einem klaren Ziel –  nicht hinauszögern oder um den heißen Brei herumreden. Die Kündigung kann am besten in Form einer Empfangsbestätigung unterschrieben werden, oder du ziehst Zeugen hinzu. 

Wenn es um das Warum geht: gib stichhaltige und vor allem rechtssichere Gründe an, aber lieber zu wenige, als zu viele. Meistens hört dir dein Gegenüber zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr richtig zu.

Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, oder die Schuld auf andere schieben.

Gib dem Mitarbeiter die Chance, dich als Schuldigen zu verarbeiten. Hier funktionieren zum Beispiel Formulierungen wie “Ich habe entschieden, dass …”.

Egal ob der Mitarbeiter gekündigt hat oder gekündigt wurde – hiflreich ist eine sofortige Freistellung. Wenn sich das zu drastisch anfühlt oder dazu noch der Mut fehlt, bietet sich auch eine kurze Übergangszeit mit anschließender Freistellung an. Wichtig ist aber vor allem, dem ehemaligen Mitarbeiter keine Chance zu geben, im Unternehmen noch schlechte Stimmung zu verbreiten. Dazu gehört auch das Sperren der E-Mail-Adresse, Abgabe des Firmenhandys und Autoschlüssels, wenn ein Firmenwagen vorhanden war.

Eine Geschichte – nach einer wahren Begebenheit

Clarissa (Name von der Redaktion geändert) war Managerin und hatte eine nennenswerte Umsatzverantwortung. Sie war eine tolle Mitarbeiterin, in der ich großes Potenzial gesehen habe. Ich habe ihr sogar eine Reise auf eine Kaffeeplantage spendiert.

Begonnen hat sie ihren Weg bei uns an der Kaffeebar, wir haben sie ohne Ausbildung immer weiter gefördert und entwickelt – bis sie schlussendlich Regionalleiterin mit ca. 2 Millionen Euro Umsatzverantwortung wurde.

Nach einiger Zeit hat sie gekündigt, da sie mit ihrem Mann in ihre Heimatstadt ziehen wollte. Wir haben vereinbart, dass sie noch so lange bei uns arbeiten darf, bis sie eine neue Wohnung gefunden hat. In diesem Zeitraum sollte sie ihren Nachfolger einarbeiten.

Bald fängt sie an sich über das Unternehmen und ihre Vorgesetzten zu beschweren. Sie schafft ein schlechtes Arbeitsklima und verbreitet, dass hier alle nichts läuft und alle Mitarbeiter entweder generell unmotiviert sind oder systematisch demotiviert wurden. Sowieso und überhaupt!

Der Grund dafür ist die Unsicherheit, ob ihre Entscheidung richtig ist. Und das projiziert sie auf unser Unternehmen  – trotz (oder vielleicht auch wegen) unseres Entgegenkommens. Am Ende kommen Mitarbeiter auf mich zu und sagen, alle sind froh, dass sie draußen ist und dass wieder Ruhe ins Team einkehrt.

Bildnachweis: kallejipp / photocase.de